
Donnerstag…… das Wetter spinnt. Achterbahn ist nichts dagegen. Es geht in täglichem Wechsel von kalt und warm weiter. Gestern noch gefühlter „Sommeranfang“, heute mit Daunenjacke unter der Watklamotte. Aber Fische zwischen Uferkante und Krautfeldern unterwegs.

Ich bemühte mich um unauffälliges Verhalten. Leicht geduckte Haltung und ein paar Schritte entfernt vom Spülsaum. Ein zaghaftes Zupfen wurde mit einem Stripstrike beantwortet. Ein kleiner Smolt hüpfte kurz an die frische Luft, konnte sich dann aber schnell abschütteln.

Weil Timo den Weg nach links eingeschlagen hatte und sich langsam in meine Richtung fischte, beschloss ich einfach mal die Strecke zu „erkunden“ und machte mich auf, das „Innere“ der Bucht etwas intensiver zu befischen.

Etwa 45 Minuten und um die 1200 gewatete Meter weiter, war es an der Zeit, irgendwie zur Strasse zurück zu finden. Kurzer Blick nach hinten, mit Erlaubnis des Bauern den Weg über seinen Hof genommen und auf der Strasse zum Auto zurückgelaufen. Nochmal ca. eineinhalb Kilometer……

Timo kurz informiert. Er machte sich auch auf den Rückweg zum Wagen. Wenn ich, trotz richtig frischen Temperaturen, Bock auf eine Hülse hatte, dann kann man vielleicht nachvollziehen was ich an Metern in den Beinen hatte und wie das trotzdem extrem „gezischt“ hat.

Kurze Beratung am Parkplatz, Frühstück eingeworfen und weiter zum nächsten Spot. Optimale Bedingungen hier. Wind von links vorne, Zug im Wasser und leichte Trübung.

Nachdem wir zwei Kollegen aus Süddeutschland getroffen – der Erste trug in einer Plastiktüte offensichtlich mehr als einen Fisch zurück zum Auto – und vom Älteren der Beiden erfahren hatten, dass es sich um vier Fische handelte, der Grösste Ü70, waren wir richtig angefixt.

Es ging in die Wellen und wir fischten uns Schritt für Schritt zurück in Richtung Parkplatz. Um die Fliegen über die Trübungskante zu bugsieren, mussten wir tatsächlich etwas weiter einwaten als ansonsten hier üblich.

Timo machte zwischendrin eine kleine Pause, während ich aufgegeben hatte. Ich bin zurück zum Auto und genoss Mittagsbrötchen und Kaffee. Etwas später dann kam auch Timo zurück. Er hatte nach dem letzten Wurf tatsächlich noch eine Lüdde, beim Einkurbeln der Schnur, verhaftet.

Es war an der Zeit, langsam in Richtung Unterkunft zu fahren, aber zu früh um Feierabend zu machen. Heute Abend dann mal die andere Seite unserer Hausbucht. Und weil man hier ziemlich weit einwaten kann bevor es tiefer wird, gibt es an dieser Stelle ein Bild von „Timo meets Fischkutter“.

Glasklares Wasser, kaum Kleinstlebewesen im Wasser, die Siedlung gegenüber. Malerisch, aber leider fischfrei.

Während ich noch auf einen Fisch hoffte, der sich selbstmörderisch auf meine Garnele stürzte, hatte Timo bereits den Feierabend eingeläutet. Füsse hoch am Waldesrand.

Naja… und auf dem Rückweg philosophierten wir dann darüber, warum die Fische nicht da waren, wieso das Wetter so launisch ist und warum es gefühlt keine Meerforellen mehr hier gibt (ein paar Tage später gab es im Netz tatsächlich einen Bericht von sogenannten Sternstunden. Und das genau von diesem Spot). Komisch, dass wir meistens zur falschen Zeit am eigentlich richtigen Ort sind.

Das Abendessen entschädigte allerdings mal wieder. Nach 420 Gramm Steak, Ofenkartoffel, Sourcream und einer weiteren Dänischen Hülse sah alles schon wieder viel besser aus. Nach einer weiteren Hülse und einem kleinen Schlückchen Rum, ging es in die Kiste. Morgen geht bestimmt noch was.